Fortbildung und Zertifikate ja,
aber keine weiteren Fachgebietsabgrenzungen!

VDZM tritt "Allianz gegen Änderung der Weiterbildungsordnung" bei


Bonn, 10. Juni 2008. Die Vereinigung Demokratische Zahnmedizin e.V. (VDZM) ist der "Allianz gegen die Änderung der Weiterbildungsordnung" beigetreten. Diese verbandsübergreifende Initiative wendet sich gegen die von Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Deutscher Gesellschaft für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Vereinigung der Hochschullehrer gemeinsam erklärte Absicht, auf der nächsten Bundesversammlung der BZÄK im Herbst 2008 eine Änderung der Weiterbildungsordnung für Zahnärzte zu beschließen. Dabei geht es mittels sogenannter "Harmonisierung" von Fort- und Weiterbildungen "in modularen und durchlässigen Systemen" vor allem um eines: Es sollen neben den bisher anerkannten Fachzahnarztbezeichnungen der Zahn-, Mund- und Kieferchirurgie, der Oralchirurgie, der Kieferorthopädie und dem Fachzahnarzt für das Öffentliche Gesundheitswesen weitere Teilgebiete der Zahnheilkunde als eigenständige Fachzahnarztgebiete etabliert werden.

Die von der Bundeszahnärztekammer eingesetzte AG Weiterbildung benennt dafür bereits die Teilgebiete Parodontologie, Kinder- und Jugendzahnheilkunde sowie Endodontologie. Und sie lässt auch keinen Zweifel daran, dass dafür "eine Änderung des Heilberufegesetzes erforderlich (sein wird)".

"Dies wäre eine fatale Fehlentwicklung, die weder den Bedürfnissen der Patienten gerecht wird, noch zur Problemlösung in unseren Praxen beiträgt", lautet das Resümee von Frau Dr. Kristina Schwigon, Vorsitzende der VDZM. Der Verband halte zudem die weitere Zersplitterung des Fachgebietes für "ökonomisch äußerst bedenklich". Die VDZM habe ganz und gar nichts einzuwenden gegen ein reiches Fortbildungs- und Qualifizierungsleben innerhalb der Zahnärzteschaft, sie war sogar die erste Organisation, die eine Pflicht zur Fortbildung forderte. Gerne solle sich ein jeder sein akademisches Masterkäppchen aufsetzen, wenn er seine frisch erworbenen Kenntnisse auf welchem Teilgebiet auch immer kommunizieren möchte. Ziel müsse es aber weiterhin bleiben, einen möglichst umfassend aus- und weitergebildeten Zahnarzt für eine patientengerechte Versorgung zu gewinnen, der die Gesamtheit des Falles immer im Auge behält und sich nicht in den Seitenkanälen eines Backenzahns verliert.

Die Kinderzahnheilkunde, die Parodontologie und die Endodontologie berühren sicher wichtige Teilaspekte unseres Berufes, Und in einigen wenigen schwierigen Fällen kann die kollegiale Mitwirkung eines besonders fortgebildeten und zur Betreuung derartiger Fälle geneigten Kollegen für alle Beteiligten sicherlich hilfreich sein. Manchmal sind allerdings auch nur eher "weiche Faktoren" wie psychologische Kenntnisse, Zeit und Geduld gefragt. Aber wer die genannten Teilgebiete zu eigenständigen Fachgebieten erklären will, der muss dieses mit Notwendigkeit, Umfang und Evidenz begründen. Das ist nach vorliegender Datenlage schlicht unmöglich.

Schafft man neue Teilabgrenzungen des Fachgebietes, bringt man damit unvermeidlich auch das Streben nach Exklusivität und Leistungsabschottung hervor. Erst kürzlich haben die Verbände der Fachzahnärzte für Kieferchirurgie/Oralchirurgie und der Kieferorthopädie versucht, ihre jeweiligen Leistungsbereiche unter Ausschluss der "normalen" Zahnärzteschaft für sich allein zu reklamieren und sind erst vor Gericht gescheitert. Diese Vorgänge sind noch in lebhafter Erinnerung. Die Strukturen derart zu verändern, gefährdet die Breitenversorgung unweigerlich, und das kann weder im Interesse der Patienten noch im Sinne der Mehrzahl der praktizierenden Zahnärzte liegen.

Die VDZM fordert daher vor der Verabschiedung einer neuen Weiterbildungsordnung eine breit angelegte Diskussion in der Zahnärzteschaft. Für die VDZM erscheint es allerdings dringlicher, sich erst einmal um eine seit nunmehr 30 Jahren (!) tatsächlich völlig überalterte Ausbildungsordnung zu kümmern, statt sich mit einer pseudoqualitativen Diskussion an die Verabschiedung einer neuen Weiterbildungsordnung zu begeben.

Fortbildung und Zertifikate ja,
aber keine weiteren Fachgebietsabgrenzungen!

VDZM tritt "Allianz gegen Änderung der Weiterbildungsordnung" bei

Bonn, 10. Juni 2008. Die Vereinigung Demokratische Zahnmedizin e.V. (VDZM) ist der "Allianz gegen die Änderung der Weiterbildungsordnung" beigetreten. Diese verbandsübergreifende Initiative wendet sich gegen die von Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Deutscher Gesellschaft für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Vereinigung der Hochschullehrer gemeinsam erklärte Absicht, auf der nächsten Bundesversammlung der BZÄK im Herbst 2008 eine Änderung der Weiterbildungsordnung für Zahnärzte zu beschließen. Dabei geht es mittels sogenannter "Harmonisierung" von Fort- und Weiterbildungen "in modularen und durchlässigen Systemen" vor allem um eines: Es sollen neben den bisher anerkannten Fachzahnarztbezeichnungen der Zahn-, Mund- und Kieferchirurgie, der Oralchirurgie, der Kieferorthopädie und dem Fachzahnarzt für das Öffentliche Gesundheitswesen weitere Teilgebiete der Zahnheilkunde als eigenständige Fachzahnarztgebiete etabliert werden.

Die von der Bundeszahnärztekammer eingesetzte AG Weiterbildung benennt dafür bereits die Teilgebiete Parodontologie, Kinder- und Jugendzahnheilkunde sowie Endodontologie. Und sie lässt auch keinen Zweifel daran, dass dafür "eine Änderung des Heilberufegesetzes erforderlich (sein wird)".

"Dies wäre eine fatale Fehlentwicklung, die weder den Bedürfnissen der Patienten gerecht wird, noch zur Problemlösung in unseren Praxen beiträgt", lautet das Resümee von Frau Dr. Kristina Schwigon, Vorsitzende der VDZM. Der Verband halte zudem die weitere Zersplitterung des Fachgebietes für "ökonomisch äußerst bedenklich". Die VDZM habe ganz und gar nichts einzuwenden gegen ein reiches Fortbildungs- und Qualifizierungsleben innerhalb der Zahnärzteschaft, sie war sogar die erste Organisation, die eine Pflicht zur Fortbildung forderte. Gerne solle sich ein jeder sein akademisches Masterkäppchen aufsetzen, wenn er seine frisch erworbenen Kenntnisse auf welchem Teilgebiet auch immer kommunizieren möchte. Ziel müsse es aber weiterhin bleiben, einen möglichst umfassend aus- und weitergebildeten Zahnarzt für eine patientengerechte Versorgung zu gewinnen, der die Gesamtheit des Falles immer im Auge behält und sich nicht in den Seitenkanälen eines Backenzahns verliert.

Die Kinderzahnheilkunde, die Parodontologie und die Endodontologie berühren sicher wichtige Teilaspekte unseres Berufes, Und in einigen wenigen schwierigen Fällen kann die kollegiale Mitwirkung eines besonders fortgebildeten und zur Betreuung derartiger Fälle geneigten Kollegen für alle Beteiligten sicherlich hilfreich sein. Manchmal sind allerdings auch nur eher "weiche Faktoren" wie psychologische Kenntnisse, Zeit und Geduld gefragt. Aber wer die genannten Teilgebiete zu eigenständigen Fachgebieten erklären will, der muss dieses mit Notwendigkeit, Umfang und Evidenz begründen. Das ist nach vorliegender Datenlage schlicht unmöglich.

Schafft man neue Teilabgrenzungen des Fachgebietes, bringt man damit unvermeidlich auch das Streben nach Exklusivität und Leistungsabschottung hervor. Erst kürzlich haben die Verbände der Fachzahnärzte für Kieferchirurgie/Oralchirurgie und der Kieferorthopädie versucht, ihre jeweiligen Leistungsbereiche unter Ausschluss der "normalen" Zahnärzteschaft für sich allein zu reklamieren und sind erst vor Gericht gescheitert. Diese Vorgänge sind noch in lebhafter Erinnerung. Die Strukturen derart zu verändern, gefährdet die Breitenversorgung unweigerlich, und das kann weder im Interesse der Patienten noch im Sinne der Mehrzahl der praktizierenden Zahnärzte liegen.

Die VDZM fordert daher vor der Verabschiedung einer neuen Weiterbildungsordnung eine breit angelegte Diskussion in der Zahnärzteschaft. Für die VDZM erscheint es allerdings dringlicher, sich erst einmal um eine seit nunmehr 30 Jahren (!) tatsächlich völlig überalterte Ausbildungsordnung zu kümmern, statt sich mit einer pseudoqualitativen Diskussion an die Verabschiedung einer neuen Weiterbildungsordnung zu begeben.